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Neuer Globaler Rechtsindex des IGB: Die schlimmsten Länder der Welt für erwerbstätige Menschen

Der IGB hat heute auf seinem Weltkongress in Berlin einen neuen Bericht über die weltweite Gewerkschaftsrechtslage veröffentlicht. Der Globale Rechtsindex des IGB bewertet 139 Länder anhand von 97 international anerkannten Indikatoren, um festzustellen, wo die Arbeitnehmerrechte sowohl in der Gesetzgebung als auch in der Praxis am besten geschützt werden.

"Länder wie Dänemark und Uruguay gehören aufgrund ihrer strengen Gesetze zu den Spitzenreitern, aber es überrascht vielleicht, dass beispielsweise Griechenland, die USA und Hongkong erheblich schlechter abschneiden", kommentiert IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow. "Der Entwicklungsstand eines Landes hat sich als schlechter Indikator dafür erwiesen, ob das Grundrecht auf Tarifverhandlungen, auf Streiks für menschenwürdige Arbeitsbedingungen oder einen Gewerkschaftsbeitritt respektiert wird."

Der Internationale Gewerkschaftsbund sammelt bereits seit 30 Jahren Daten über die Verletzungen von Gewerkschaftsrechten weltweit. Der Globale Rechtsindex des IGB liefert jetzt zum ersten Mal sorgfältig überprüfte Informationen aus den letzten 12 Monaten in einem benutzerfreundlichen Format, so dass jede Regierung und jedes Unternehmen sehen kann, wie ihre Gesetze und Lieferketten abschneiden.

In Kambodscha fallen zahlreiche Staatsbedienstete nicht unter das Arbeitsgesetz. Das Recht auf die Wahl von Gewerkschaftsvertretern wird übermäßig eingeschränkt, und während des Jahres 2013 hat die Regierung mit tödlicher Gewalt auf Demonstrationen von Beschäftigten reagiert, die menschenwürdige Löhne und Arbeitsbedingungen forderten. Kambodscha hat daher das Rating 5 erhalten. Nur Länder, in denen das rechtsstaatliche System vollkommen zusammengebrochen ist, haben noch schlechter abgeschnitten.

Im Nahen Osten gestattet Katar seinen zahlreichen ausländischen Arbeitskräften bisher weiterhin überhaupt keine gewerkschaftliche Organisierung, und in Lateinamerika war Guatemala eins der schlimmsten Länder für erwerbstätige Menschen, ohne jegliche Rechtsgarantien.

Schlüsselergebnisse:

  • Im letzten Jahr haben die Regierungen von mindestens 35 Ländern Beschäftigte verhaftet oder inhaftiert, um sich ihren Forderungen nach demokratischen Rechten, menschenwürdigen Löhnen, einem besseren Arbeitsschutz und sicheren Arbeitsplätzen zu widersetzen.
  • In mindestens neun Ländern war die Ermordung und Verschleppung von Beschäftigten eine übliche Taktik, um die Arbeitnehmerschaft einzuschüchtern.
  • In mindestens 53 Ländern wurden Beschäftigte entweder entlassen oder von der Arbeit suspendiert, weil sie über bessere Arbeitsbedingungen verhandeln wollten.
  • In mindestens 87 Ländern schließen die Gesetze und Praktiken bestimmte Gruppen von Beschäftigten von der Wahrnehmung des Streikrechtes aus.
  • Während die Macht der Unternehmen größer denn je ist, machen diese Ergebnisse deutlich, dass fast jedes Land seine Beschäftigten besser behandeln könnte. Lediglich Dänemark hat die perfekte Punktzahl 0 erhalten, weil es bei allen 97 Indikatoren für die Einhaltung der grundlegenden Arbeitnehmerrechte positiv abschneidet.

Die Weltweite Umfrage des IGB 2014 hat ergeben, dass nahezu zwei Drittel der Menschen von ihren Regierungen erwarten, dass sie die Macht der Unternehmen eindämmen.

"Im jüngsten Doing-Business-Bericht der Weltbank wurde in naiver Weise die Ansicht vertreten, dass die Einschränkung der Arbeitsnormen erstrebenswert für die Regierungen ist", so Sharan Burrow. "Dieser neue Rechtsindex ist eine Warnung an die Regierungen und Arbeitgeber, dass die Gewerkschaften überall auf der Welt solidarisch dafür eintreten werden, dass grundlegende Rechte bei der Arbeit respektiert werden."

Der Globale Rechtsindex des IGB bewertet die Länder anhand von 97 Indikatoren und die daraus resultierenden Punktzahl führt zu einem Rating von 1 bis 5:

1 – Unregelmäßige Rechtsverletzungen: 18 Länder, darunter Dänemark und Uruguay
2 – Wiederholte Rechtsverletzungen: 26 Länder, darunter Japan und die Schweiz
3 – Regelmäßige Rechtsverletzungen: 33 Länder, darunter Chile und Ghana
4 – Systematische Rechtsverletzungen: 30 Länder, darunter Kenia und die USA
5 – Rechte nicht garantiert: 24 Länder, darunter Weißrussland, Bangladesch und Katar
5+ - Rechte nicht garantiert wegen des Zusammenbruchs der Rechtsstaatlichkeit: 8 Länder, darunter die Zentralafrikanische Republik und Somalia

Ende

Der Bericht "Der Globale Rechtsindex des IGB: Die schlimmsten Länder der Welt für erwerbstätige Menschen" - http://www.ituc-csi.org/IMG/pdf/survey_ra_2014_all_v2.pdf

Kontakt für weitere Informationen: gemma.swart@ituc-csi.org +32 479 06 41 63

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